9. Januar 2018, Ehemaliges Gauforum Haus 1

Ehemaliges Gauforum

Das auf Rassismus begründete Gesellschaftsbild der Nationalsozialisten findet man heute nirgendwo so kompakt architektonisch inszeniert wie auf dem Gelände des ehemaligen Gauforums in der Weimarer Innenstadt. Für die Nationalsozialisten sollte der zukünftige Amtssitz des Gauleiters von Thüringen und Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel, zum «neuen Kulturmittelpunkt» der Stadt werden. Hierfür wurden in bewusster Ablehnung des städtebaulichen Konzepts Teile des Jakobsviertels und des Asbachtals zerstört. Heute ist das ehemalige Gauforum «ein Spiegel unserer Zeit, unserer Fähigkeit, mit einem solchen Komplex umzugehen, es neu zu nutzen, neu zu interpretieren, ohne seine Geschichte zu vergessen, zu verdrängen.» (Harald Bodenschatz, 2016). Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora eröffnet 2020 im Saalbau des ehemaligen Gauforums das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.

Mit PROF. DR. BENJAMIN-IMMANUEL HOFF (Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei), PETER KLEINE (Oberbürgermeister der Stadt Weimar), PROF. DR. VOLKHARD KNIGGE, DR. DANIEL LOGEMANN (beide Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora), DR. CHRISTIANE WOLF (Archiv der Moderne, Bauhaus-Universität Weimar), PROF. DR. KAI-UWE HEMKEN (Professur für Kunstgeschichte der Moderne, Kunsthochschule Kassel), PROF. MISCHA KUBALL (Künstler, Kunsthochschule für Medien, Köln) und HANNO MÜLLER (Reporter in der Zentralredaktion der Thüringer Allgemeinen, Erfurt, Moderation).

Mittwoch, den 9.1.2019, 19 Uhr, Haus 1 des ehemaligen Gauforums, Jorge-Semprùn-Platz, 99423 Weimar

zum PDF-Programm